Großbrand in Damme

Datum: 25. März 1998 um 13:21
Dauer: 7 Stunden 39 Minuten
Einsatzart: FEU-4 
Einsatzort: Lemförder Metallwerke, Damme
Mannschaftsstärke: 32


Einsatzbericht:

Am Mittwoch, den 25.3.98 bricht gegen 13:15 Uhr im Dammer Werk “Elastmetall” des Unternehmens “Lemförder Fahrwerktechnik” ein Feuer in der Plasmaentfettungsanlage in Halle 4 aus. 

Bei dem Objekt handelt es sich um eine ca. 160 Meter lange und 100 Meter breite Halle, die baulich in mehrere Abschnitte unterteilt ist. Im vorderen Teil der Halle grenzt ein mehrstöckiges Bürogebäude an.

In der Halle befinden sich neben der Plasmaentfettungsanlage weitere Produktionsbereiche, ein Gummi- und Kunststofflager sowie ein Lagerraum für mehrere Tonnen u.a. brennbarer Chemikalien. Die hintere Hälfte der Halle ist durch eine Brandschutzmauer abgetrennt. In diesem Teil befindet sich ein Hochregallager für Fertigteile aus Gummi, Kunststoff und Metall.

Die Feuermeldung erreicht die Leitstelle Vechta telefonisch und über die betriebliche Brandmeldeanlage. Nachdem kurz nach der Alarmierung das erste Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Damme auf das Gelände der Firma fährt, fordert Ortsbrandmeister Josef von der Heide umgehend die Unterstützung der Nachbarwehren Borringhausen und Osterfeine an. 

Da das Feuer die anderen Hallenabschnitte bedroht und schon auf einige Büroräume übergegriffen hat, werden weitere Feuerwehren nachalarmiert.

Durch einen schnellen Innenangriff kann der Brand in den Büroräumen gelöscht werden. Ein Übergreifen der Flammen auf das Gummi- und Kunststofflager, in dem Grundstoffe für die Weiterverarbeitung lagern, ist jedoch nicht zu verhindern. Insgesamt steht eine Fläche von 1800 qm in Vollbrand.

Dazu werden ein Anhänger mit 5.000 Liter Schaummittel der Werkfeuerwehr “Elastogran” (BASF) aus Lemförde und zwei Flugfeldlöschfahrzeuge vom Fliegerhorst Diepholz bereit gestellt. Zusammen mit den Monitoren der beiden Fahrzeuge der Bundeswehr und weiteren Schaum-Wasserwerfern von drei TLF 24/50 kann der Brand eingedämmt werden. Die restlichen Teile der 16.000 qm großen Halle werden vom Feuer weitgehend verschont. Der Lagerraum für Chemikalien wurde zu Beginn des Brandes automatisch mit CO2 geflutet und muss nun belüftet werden.

Der Messtrupp des Gefahrgutzuges vom Landkreis Vechta unternimmt während des gesamten Einsatzes Schadstoffmessungen in der Umgebung. Obwohl die Rauchwolke kilometerweit zu sehen ist, werden außerhalb des Firmengeländes keine erhöhten Konzentrationen festgestellt. Durch die starke Thermik steigen die Schadstoffe hoch in die Atmosphäre und verteilen sich dadurch in sehr geringer Konzentration über eine große Fläche.

Über die Drehleitern aus Damme, Vechta und Ankum (Landkreis Osnabrück) wird versucht das Feuer von oben in den Griff zu bekommen. Besondere Probleme bereitet die Brandschutzwand zum Hochregallager, die durch die starke Hitzeeinwirkung einzustürzen droht.

Ca. 250 Feuerwehrleute mit 45 Fahrzeugen von Feuerwehren aus den Landkreisen Vechta, Diepholz und Osnabrück sind vor Ort. Durch einen massiven Schaumeinsatz ist es möglich das Feuer gegen 16:00 Uhr unter Kontrolle zu bekommen.

Die Messungen von abfließendem Löschwasser ergeben jedoch einen pH-Wert von 1 ! (sehr sauer, 7 ist neutral). Als Maßnahme wird sofort der Ablauf des betriebseigenen Regenrückhaltebeckens mit einem Bagger zugeschüttet und das kontaminierte Löschwasser von einer Spezialfirma abtransportiert.

Die Nachlöscharbeiten dauern noch bis spät in die Nacht. Für die Feuerwehr Vechta ist der Einsatz um 21:00 Uhr beendet. Der Schaden beläuft sich auf mehrere Millionen Mark. Verletzt wurde niemand.

(Fotos: Oldenburgische Volkszeitung)