| Die Geschichte 

DIE FEUERWEHR VECHTA. ÜBER 125 JAHRE GESCHICHTE

Der Start und der Rückschlag 

Erste Brandspritze der Feuerwehr Vechta aus dem Jahr 1891

Erste Brandspritze der Feuerwehr Vechta aus dem Jahr 1891

Am 13.07.1890 fand die Gründungsversammlung und Wahl des ersten Vorstandes der freiwilligen Wehr statt. Ein Jahr später konnte durch Spenden eine Brandspritze gekauft werden. Diese war mit ca. 500m Schlauchmaterial und drei Steckleitern ausgestattet und kostete 1.784,- Mark. Der erste Weltkrieg bildete einen Einschnitt in der Entwicklung der Feuerwehr. Die Mitgliederzahl war durch den Krieg stark zurückgegangen und durch die Überalterung nicht mehr schlagkräftig. Eine Reorganisation wurde vorangetrieben, so dass am 21. März 1920 wieder 127 Mitglieder erwähnt wurden. Ab 1933 brachte der Anbruch des “Dritten Reiches” eine weitere Krise in die Feuerwehr. Austritte aufgrund der politischen Gleichschaltung, Strafversetzung der Wehrführung aufgrund von Konflikten mit den Nationalsozialisten und nicht zuletzt der Ausbruch des Krieges und der damit verbundenen Einsätze im Jahre 1939 brachten eine schwere Zeit für die Vechtaer Wehr.

Der Wiederaufbau

Die große Straße der Stadt Vechta 1948

Wenige Tage nach Kriegsende stand die Feuerwehr wieder für die zivilen Aufgaben des Bevölkerungsschutzes zur Stelle. Zusätzlich betreute die Wehr auch den Krankenwagendienst. Am 1. August 1946 war die erste offizielle Mitgliederversammlung nach dem Kriege. An der Versammlung nahmen 36 Mitglieder teil. Zahlreiche Einsätze in Vechta und im Rahmen der nachbarschaftlichen Löschhilfe in den Nachbargemeinden waren Zeichen für die größeren und zum Teil neuartigen Aufgaben der Feuerwehr in der modernen Industriewelt, was sich natürlich auf die Beschaffung neuer Einsatzfahrzeuge auswirkte. 1953 wurde ein LF 8 mit einer Magirus-Vorbaupumpe in Dienst gestellt, 1956 wurde die Schlagkraft erneut mit der Beschaffung eines TLF 16 T verbessert. Schon bald war das bis zu diesem Zeitpunkt (seit 1923) genutzte Spritzenhaus an der Burgstrasse zu klein. Für eine Feuerwehrleiter war kein Platz mehr vorhanden. Nach langer Planung und Standortsuche fand im Frühjahr 1967 die feierliche Einweihung und Übergabe eines neuen Feuerwehrgerätehauses statt.

Wachen auf dem Stoppelmarkt

Stoppelmarktswache 1960

In unserer Geschichte darf der Stopplemarkt natürlich nicht fehlen. Seit 1933 hält die Feuerwehr Vechta regelmäßig ihre Brandwachen auf dem Stoppelmarkt ab. Am 19. August 1933 eröffnete August Schuhmacher und Adjutant Herrmann Rose die erste Brandwache auf dem Stoppelmarkt. In den ersten vier Jahren mussten die Männer der Feuerwache auch den Sanitätsdienst sowie die Aufgaben des Fundbüros übernehmen. Im Verlauf der Dienste auf dem Stoppelmarkt hatte es die Feuerwehr mit einer Vielzahl unterschiedlicher Ereignisse zu tun. Diese reichten von kuriosen Geschichten, wie dem Entfernen einer Motte aus dem Ohr eines Besuchers bis zum tragischen Autounfall beim damals noch ungesicherten Bahnübergang. Insgesamt verliefen die Wachen auf dem Marktgelände jedoch immer ohne größere Zwischenfälle. Im Jahr 1989 wurde die Feuerwehr zum ersten Mal zu einer Brandbekämpfung gefordert. Damals brannte die mit Heu und Erntevorräten gefüllte Scheune des Bauern Thöle nahe des Amtmannsbults ab. Der Einsatz dauerte von 1 Uhr bis 8:45 Uhr. Im Jahr 2008 rückten die wachhabenden Kameraden am Stoppelmarktmontag zu zwei Brandeinsätzen aus. Dort brannte ein Wohnwagen und am Abend ein Stromkasten. Auch im Jahr 2016 kam es zu diversen Einsätzen rund um und auf dem Stoppelmarkt. An diesem Stoppelmarktswochende mussten die Kameraden zu 10 Einsätzen ausrücken. Jedes Jahr besuchen knapp 800.000 Besucher den Stoppelmarkt. Aufgrund der größe des Volksfestes werden wir seit Jahren von den umliegenden Feuerwehren aus Langförden, Lohne, Goldenstedt und Lutten unterstützt.

Feuerwehrhäuser von 1890 – 2018

Im Jahre 1890 bezog die freiwillige Feuerwehr Vechta ihr erstes Spritzenhaus. An der Kronenstraße 15 in Vechta wurde damals ein Haus gepachtet was der Witwe Wielage gehörte. Von 1890 – 1895 war dies die Unterkunft der Feuerwehr in Vechta. Da das erste Spritzenlokal schon 5 Jahre nach dem Einzug zu klein wurde, entschied man sich in das alte Rathaus an der Westseite des Marktplatzes zu ziehen. Hier war die Feuerwehr Vechta bis 1923 untergebracht. Am 25.11.1923 folgte die Übergabe des neuen Spritzenhauses über dem Moorbach, durch den damaligen Bürgermeister Berding. Hier hatte die Feuerwehr genug Platz um die ersten motorisierten Fahrzeuge unterzustellen. Am 13.04.1967 folgte dann der 4. und bisher letzte Umzug. Mit einer feierlichen Einweihung wurde das Feuerwehrhaus an der Oldenburger Straße von der Feuerwehr übernommen. Bis heute ist die Feuerwehr Vechta zusammen mit der Feuerwehr technischen Zentrale an diesem Standort.

Entwicklung der Technik 

Gegenüber neuer Techniken war und ist die Feuerwehr Vechta immer aufgeschlossen. So gab es in der Feuerwehr Vechta im Jahre 1956 das erste Tanklöschfahrzeug (TLF 16 T) im Landkreis Vechta und somit auch eines der ersten in Niedersachsen. Ebenso waren die Vechtaer Kameraden die ersten stolzen Besitzer eines TLF 24/50 (Prototyp der Firma Metz). Weiterhin waren sie im Landkreis Vechta Vorreiter u.a. in Bezug auf Nomexschutzkleidung (1991), die Nutzung von Straßenräumern (Blitzleuchten) im Kühlergrill der Einsatzfahrzeuge (mit Sondergenehmigung der Bezirksregierung), der Einführung von Einsatzfahrzeugen mit Automatikgetrieben, der Beschaffung eines Sprungretters und der Anschaffung eines Vorrausrüstwagens auf dem Fahrgestell eines Mercedes 280 TE im Jahre 1981

Die Feuerwehr früher und heute 

Vorrausrüstwagen der Feuerwehr Vechta aus dem Jahr 1981

Die Anforderung an die Feuerwehr Vechta sind in den letzten Jahrzehnten aufgrund von Industrieansiedlung, der wachsenden Bevölkerung und dem höheren Verkehrsaufkommen gestiegen. Immer häufiger wurde die Vechtaer Feuerwehr in den 70er Jahren zu Hilfeleistungen bei Verkehrsunfällen auf der Autobahn A1 gerufen, was sich wiederum auf die Beschaffung entsprechender Fahrzeuge und Geräte auswirkte. 1975 beschaffte der Landkreis Vechta einen Rüstwagen (RW 2) , der im Feuerwehrhaus der Feuerwehr Vechta stationiert wurde. Im Juli 1981 präsentierte die Vechtaer Wehr ein bis dahin weit und breit einmaliges Fahrzeug. Es handelte sich um den Prototyp eines 220 Stundenkilometer schnellen Vorausrüstwagens auf Basis eines Mercedes 280 TE, ausgerüstet u.a. mit Schere, Spreizer und einer Lightwater-Löschanlage. Im Jahre 1990 feierte die Vechtaer Feuerwehr ihr 100-jähriges Jubiläum. Die Mitgliederzahl ist auf fast einhundert angewachsen. Die Einsatzzahlen wachsen von Jahr zu Jahr und stellen immer neue Anforderungen an die Feuerwehrleute. Durch eine wöchentliche Ausbildung, einem modernen Fuhrpark und einer guten Kameradschaft, können die Kameraden der Feuerwehr Vechta diesen Anforderungen auch heute noch Ehrenamtlich  gerecht werden.

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