Wissenswertes

Verschiendene Schutzausrüstung in der Feuerwehr

Die Bekleidung ist überlebenswichtig bei der Feuerwehr. Sie schützt unsere Kameraden und hält sie von Gefahren fern. In diesem Beitrag stellen wir euch die Funktionen und Einsatzmöglichkeiten verschiedenster Schutzkleidungen vor. 

 

Im Einsatz kommt es oft auf unsere Schutzkleidung an. Hier muss alles passen, um uns vor möglichen Gefahren zu schützen. Die Gefahren sind im Einsatz sehr individuell. So können Gefahren von einem Brand ausgehen, aber auch von verschiedenen Chemikalien. Zudem muss unsere PSA (Persönliche Schutzausrüstung) immer wieder erweitert werden.

 

Claudius Kröger und Rebecca Gelhaus präsentierten am Tag der offenen Tür die Schutzausrüstung aus schwer entflammbaren Stoffen.

Die Einsatzkleidung

Zur Standardausrüstung einer Feuerwehrfrau oder eines Feuerwehrmannes gehört der Feuerwehr-Schutzanzug. Dieser besteht aus einer Einsatzjacke und einer Einsatzhose. Vervollständigt wird dieser Anzug von einem Schutzhelm, einem Feuerwehrhaltegurt, Handschuhen für die Brandbekämpfung und für die technische Hilfeleistung und Feuerwehrstiefeln. In der Feuerwehr Vechta gibt es ausschließlich die Feuerwehrschutzkleidung aus NOMEX® die auch für die Brandbekämpfung eingesetzt werden kann. Diese hat folgende Vorteile:

  • Wärme & Feuerschutz 
  • Atmungsaktiv
  • Warnfunktion im Straßenverkehr (retrorefelektierendes Material – Nachtauffälligkeit; fluoreszierendes Material – Tagauffälligkeit Körperkontur muss erkennbar sein)
  • Wärmeschutz Primär durch Luftschichten in bzw. zwischen den Materialschichten
  • vor direkten Kontakt mit Feuer für einige Sekunden Schutz

 

Andreas Blömer unter schwerem Atemschutz. Mit einem mehreren Kilogramm schweren Atemschutzgerät müssen im Einsatzfall höchstleitungen vollbracht werden.

Die Atemschutzausrüstung

Bei einem Atemschutzeinsatz muss die persönliche Schutzausrüstung eines Feuerwehrkameraden erweitert werden. Zu der normalen Schutzausrüstung kommt eine Atemschutzmaske und eine Flammschutzhaube. Diese besteht in der Regel aus NOMEX®. NOMEX® ist eine synthetische Hochleistungsfaser, die flamm- und hitzebeständig ist und nicht schmilzt. Diese Eigenschaften verdankt die Faser ihrer molekularen Struktur. Zusätzlich trägt der Kamerad das Atemschutzgerät. Dieses setzt sich aus einem Lungenautomaten, dem Gerät mit Haltegurten und einer CFK-Flasche mit ca. 300 bar Atemluft zusammen. Mit der über 20 Kilogramm schweren Ausrüstung müssen unter körperlicher Hochleistung Brände bekämpft werden.

Simon Kröger, mit einer Absturzsicherungs-Ausbildung, zeigt seine Ausrüstung.

Absturzsicherungsausrüstung

Die Absturzsicherungsausrüstung besteht neben der Standardbekleidung, aus einem speziellen Helm und einem speziellen Gurtsystem. Diese Ausrüstung wird bei Arbeiten in absturzgefährdeten Bereichen eingesetzt. Das können Löscharbeiten auf einem Dach ,aber auch Sicherungsmaßnahmen sein. Der Kamerad wird mit dem Gurtsystem gesichert. Über dieses System ist keine Rettung von Menschen vorgesehen.

 

Leon Imbusch, aus dem Gefahrgutzug, zeigt sich in einem Chemikalienschutzanzug.

Der Chemikalienschutzanzug

Der Chemikalienschutzanzug, kurz CSA, schützt die Kameraden wie der Name schon sagt vor diversen Chemikalien. In diesem CSA ist der Kamerad komplett von der Umwelt isoliert. In der Regel zieht der Feuerwehrmann oder die Feuerwehrfrau einen Blaumann an. Die Standard PSA kann während des Einsatzes im CSA abgelegt werden. Hinzu kommt ein Atemschutzgerät und der Standard-Schutzhelm. Die Einsatzzeit ist für den Träger des CSA aufgrund der hohen körperlichen wie psychischen Belastung auf 20 bis maximal 25 Minuten begrenzt. Hinzu kommt noch die Zeit, die für die Dekontamination des Trägers benötigt wird.

 

Den Hitzeschutzanzug präsentiert Kai-Uwe Tegenkamp. Er schützt die Kameraden bei extremer Hitze.

Der Hitzeschutzanzug

Der Hitzeschutzanzug schützt unsere Kameraden vor starker Hitzeeinwirkung. Einsatzbereiche für den Schutzanzug der Feuerwehr sind alle Lagen mit ungewöhnlich starker Wärmestrahlung, beispielsweise Brände in Kunststoff- & Chemiefabriken, an Ölförderanlagen oder Tank-/Kesselwagen. Prinzipiell könnte der Hitzeschutz auch bei der Brandbekämpfung bzw. zur Personenrettung eingesetzt werden. Unter dem Hitzeschutzanzug wird die Standard-Schutzkleidung inkl. eines Atemschutzgerätes getragen.

 

Lukas Meyer präsentiert die Schutzausrüstung die bei Sägearbeiten getragen werden muss.

Die Sägeausrüstung

Bei arbeiten mit einer Kettensäge muss eine spezielle Schutzausrüstung angezogen werden. Diese wird in der Regel auf dem Fahrzeug, während der Anfahrt, oder direkt im Feuerwehrhaus angezogen. Die spezielle Sägeausrüstung besteht aus einer Schnittschutzjacke und einer Schnittschutzhose. Dazu kommt ein spezieller Helm mit Gehör- & Gesichtsschutz. Ausserdem werden spezielle Schnittschutzkappen vor die normalen Stiefel geklemmt, um im Einsatz optimal geschützt zu sein.

 

Steffen Hackmann zeigt sich in einem Wasserrettungsanzug (Überlebensanzug), der die Kameraden bei Eisrettungseinsätzen vor Kälte schützen soll.

Der Eisrettungsanzug

Der Eisrettungsanzug oder auch Überlebensanzug genannt, wird bei der Wasser oder Eisrettung eingesetzt. Er bietet zusätzlichen Auftrieb im Wasser, wie eine Schwimmweste, und ist gleichzeitig wärmeisolierend gegen das umgebende Wasser. Die Überlebenszeit in 4° C kaltem Wasser beträgt dabei mehrere Stunden. Als Obermaterial wird in der Regel Neopren oder Trilaminat verwendet. Fix angesetzt sind wasserdichte Stiefel und Handschuhe. Unter dem Anzug wird leichte Kleidung (Blaumann, T-Shirt, kurze Hose) getragen. Überlebensanzüge werden in Signalfarben hergestellt und mit Reflexionsstreifen versehen, um ein besseres optisches Erkennen des Retters zu ermöglichen.

 

Bilder: Jannis Krone

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