Wissenswertes

Einsatzleitwagen – ein Fahrzeug voll mit Technik

Warum fährt die Feuerwehr mit einem Fahrzeug voll mit Computern, Bildschirmen, Funkgeräten und Telefonen zum Einsatz ? – in diesem Beitrag stellen wir euch den Einsatzleitwagen, die Technik und den Einsatzwert des Fahrzeuges vor. 

Einen Einsatzleitwagen findet man heutzutage in jeder größeren Feuerwehr, aber auch andere Hilfsorganisationen setzen diese Fahrzeuge zur Führung und Koordination von taktischen Einheiten ein.

Im Wesentlichen besteht die Aufgabe des Einsatzleitwagens im Transport der Einsatzleitung zur Einsatzstelle und führt gleichzeitig Ausrüstung zur Einsatzstellenerkundung und -führung mit.

Auch die Abwicklung des Funkverkehrs an der Einsatzstelle und zwischen der Einsatzleitstelle oder einer höheren Führungseinrichtung ( z.B. ELW-2 des Landkreises Vechta bei Großschadenslagen ) gehören zu der Aufgabe dieses Fahrzeuges.

In der Feuerwehr Vechta gibt es eine kleine Gruppe für den Betrieb und die Einsatzbereitschaft des Einsatzleitwagens zuständig ist, bei uns auch “ELW-Crew” genannt.Diese trifft sich mindestens einmal monatlich während des normalen Dienstabends und übt mit dem Fahrzeug.
Bei der komplexen Technik ist dies auch durchaus sinnvoll.

Im Einsatzfall wird das Fahrzeug in der Regel durch Kameraden der ELW-Crew besetzt und an die Einsatzstelle gefahren.

Da die Führungskräfte bei uns die Einsatzstellen regelmäßig direkt anfahren, kann es sein, dass der Einsatzleiter erst an der Einsatzleitstelle “dazustößt”.

Meist ist er aber vor den anderen Einsatzkräften am Einsatzort und konnte bereits die erste Erkundung vornehmen.

 

Der Funkraum

 

Der Funkraum hat zwei identisch augestattete Arbeitsplätze.
Diese beinhalten einen Computer mit zwei 21″ Bildschirmen.
Wichtigster Bestandteil auf den “Einsatzleitrechnern” ist unsere Einsatzleitsoftware “EDP”.
Über diese werden die Einsatzmittel koordiniert, Rückmeldungen dokumentiert und ggf. sogar digitale Lagekarten geführt.
Ferner bieten das Programm eine Übersicht aller Hydranten im Stadtgebiet, sowie Alarmpläne aller großen Firmen mit Brandmeldeanlage.
Auch bei Flächenlagen mit mehreren Einsatzstellen ( Unwetter ) lassen sich Einsatzmittel- und kräfte einfach koordinieren.
Aber auch viele weitere Programme, beispielsweise um Rettungskarten verschiedener Fahrzeuge bei Verkehrsunfällen zu ermitteln oder Datenblätter bei Gefahrgutunfällen zu erhalten befinden sich auf dem Einsatzleitrechner.

Mittels LTE-Anbindung besteht auch eine flächendeckende Internetanbindung.

Der Funk und auch die Telefonie werden mit dem “MTI-VCC7100” der Firma Selectric bedient.
Über einen Touchscreen können die verschiedenen Funkgeräte im Fahrzeug angewählt werden.
Auch eine Rufgruppenänderung ( wenn beispielsweise Einsatzabschnitte bei größeren Einsätzen gebildet werden ) ist problemlos möglich.
Über mehrere verbaute SIM-Karten kann auch jederzeit über das Mobilfunknetz telefoniert werden und auch das Faxgerät kann über eine Mobilrufnummer angewählt werden.

Neben umfangreichen Computer- und Funktechnik befindet sich im Funkraum dann noch diverses Kartenmaterial, sämtliche Alarmpläne von Firmen mit Brandmeldeanlagen in Papierform, ein Drucker, diverse Handfunkgeräte, ein Megafon sowie eine Lagekarte welche auch außerhalb des Fahrzeugs montiert werden kann.

 

Die Beladung im Heck 

Im Heck des Einsatzleitwagen ist ebenfalls einiges an Material verlastet.

Eines der wichtigsten Geräte ist das Notstromaggregat. Dies sorgt dafür, dass die umfangreiche Technik unabhängig betrieben werden kann und das Fahrzeug keine Fremdeinspeisung von Strom benötigt.

Bei größeren Einsatzstellen besteht die Möglichkeit einen ausfahrbaren Funkmast am Fahrzeug zu befestigen. Eine rote Blitzleuchte macht zudem erkennbar, welches Fahrzeug die Einsatzleitung hat.

Ein aufblasbares Schnelleinsatzzelt soll bei kalten oder nassen Witterungen die Einsatzkräfte schützen. Durch Pressluftflaschen ist dieses Zelt binnen weniger Sekunden einsatzbereit.

Zwei Doppelflaschen-Atemschutzgeräte sollen unter anderem bei selten vorkommenden Keller- oder Tiefgaragenbränden für den Sicherheitstrupp zur Verfügung zu stehen.
Aber auch bei Mess- und Spüreinsätzen finden diese Geräte Anwendung.

Und auch ein Kühlschrank mit diversen Getränken findet sich im Heck des Einsatzleitwagens.

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